Unsere Standorte – Bischof+Klein Polska

Kompetenz und Wachstum

von links: Ginter Maicher und Karsten Pax beim Jubiläum 2017 in Walce

Werksleiter Ginter Maicher blickt zurück

Nach 24 Jahren bei Bischof+Klein Polska geht Werksleiter Ginter Maicher (M) in den wohlverdienten Ruhestand. In einem Gespräch blickt er gemeinsam mit Karsten Pax (P), Geschäftsführer von Bischof+Klein Polska, zurück.

 

Herr Maicher, Sie sind der erste Werksleiter in Walce und seit dem 1. April 2002 im Amt. Wie sind Sie zu Bischof+Klein gekommen?

 

M: Das war im Januar 2001. Ich führte damals in Krapkowice, nicht weit von Walce, ein Werk für Papiersäcke. Im Januar 2001 kam ein Bekannter mit dem ersten in einer neuen Fabrik in Walce produzierten Kunststoffsack zu mir. Das interessierte mich sehr und schien neue Perspektiven zu bieten. Also bewarb ich mich als Werksleiter. Nach mehreren Gesprächen mit Dr. Volker Pfennig übernahm ich am 1. November 2001 diese Position.

 

1999 war Bischof+Klein Polska Sp.z o.o. gegründet worden, im Jahr darauf begann der Bau des Werkes in Walce. Wie war damals die Situation?

 

P: Es fing an mit einer kleinen Halle und gebrauchten Maschinen aus unseren deutschen Werken. Die Idee war, unter kostengünstigen Bedingungen Standardfolien bzw. Verpackungen zu produzieren. Im Blick hatten wir perspektivisch den osteuropäischen Markt.

 

Herr Maicher, welche prägenden Erlebnisse erinnern Sie aus dieser Aufbauzeit?

 

M: Erste Prioritäten waren damals, Leute zu werben und auszubilden, Qualität und Produktion zu erhöhen sowie den Einsatz auf dem polnischen Markt zu erweitern. Das alles zusammen mit den Kollegen aus Lengerich und Konzell.
P: Es muss damals einen intensiven Austausch mit den deutschen Kollegen gegeben haben. Ich denke gerade an ein Foto, das in Walce hängt. Da stehen deutsche und polnische Kollegen an der AD Plastic.

 

Mit welchen Produkten startete Bischof+Klein Polska?

 

M: Das waren Ventilsäcke, Flachsäcke, ein Jahr später auch FFS-Folien.

 

Wie viele Mitarbeiter hatten Sie am Anfang?

 

M: Wir sind mit ca. 40 Personen gestartet. Aufgrund der steigenden Aufträge aus Deutschland und somit steigender Produktion wuchs die Mannschaft sukzessive.

 

Wann kamen weitere Produkte hinzu?

 

M: Nachdem wir Produktionsmengen und Qualität gesteigert hatten, konnten wir zusätzliche Maschinen installieren.  Im Jahr 2004 kam die zweite AD-Plast-Anlage, aber auch Anlagen für den Bereich FFS und danach SH. Fast von Beginn an, seit 2002, nutzten wir eine erste Regranulierungsanlage, um aus den Produktionsabfällen eigenes Regranulat für unsere Produkte einzusetzen.

 

Wie war die Situation nach zehn Jahren?

 

M: In den ersten zehn Jahren haben wir einen ständigen Zuwachs von Anfrage, Verkaufsvolumen und Mitarbeitern erlebt. All dies war deutlich verbunden mit der Lengericher Muttergesellschaft. 
P: 2010 machte das Unternehmen rund 24 Mio. Euro Umsatz und beschäftigte 120 Menschen.

 

Im Jahr darauf übernahmen Sie die Geschäftsführung von Horst Weber, der diese Aufgabe bis dahin innehatte. Welche Maßnahmen haben Sie ergriffen in Ihrer neuen Position?

 

P: Wir haben gezielt modernisiert und sukzessive das Werk erweitert. Das ging in mehreren Schritten: Extrusion, Halbfertigwarenlager, Fertigwarenlager, Recyclingcenter und dann 2023/24 der Bau der großen neuen Halle.

 

Welche Meilensteine gab es?

 

M: Wichtige Ereignisse für den Standort waren im Jahr 2004 der Erwerb der zweiten AD Plast Anlage und später der neue Extruder sowie die Druckmaschinen. Voraussetzung für weiteres Wachstum waren die Grundstückserweiterungen von 4,6 bis auf ca. 10 Hektar aktuell. Und schließlich die Erweiterung, genannt Walce II, im Jahr 2023.

 

Wie viele Mitarbeitende haben Sie heute und wie hoch ist der Umsatz?

 

M: Im Jahr 2024 lag der Umsatz bei 70 Mio. Euro, die Zahl der Mitarbeitenden bei rund 280. Heute sind in Walce ca. 300 eigene Mitarbeiter eingestellt.

 

Herr Pax, wie würden Sie die Zusammenarbeit mit Herrn Maicher und den polnischen Kollegen beschreiben?

 

P: Die ist sehr gut. Ich habe Ginter Maicher sehr schätzen gelernt. Man kann wohl sagen, dass Bischof+Klein Polska ein bedeutender Teil seines Lebens ist. Er hat das „Kind“ großgezogen. Insgesamt fühle ich mich wohl in Walce, es ist ein vertrautes Gefühl für mich, hier zu sein.

 

Was möchten Sie Herrn Maicher mit auf den Weg in den Ruhestand geben?

 

P: Ich wünsche ihm das Allerbeste, Gesundheit und viel Freude an seinen sportlichen Aktivitäten wie Wandern, Radfahren, Schwimmen. Und ich hoffe, dass wir in Kontakt bleiben. Nach seinem Ausstieg im Juli wird er bis in den Herbst noch beratend tätig sein.

 

Herr Maicher, was möchten Sie ihrem Nachfolger Leszek Demciuch mit auf den Weg geben?

 

M: Gute Zusammenarbeit mit der Mannschaft ist sehr wichtig. Das gilt besonders in den heutigen Zeiten, in denen gute Mitarbeiter nicht so einfach zu finden sind. Unverzichtbar sind unsere ständigen Verbesserungsprojekte im Bereich Produktion und Produktivität. Sie werden unser Werk weiter nach vorne bringen. Ich wünsche ihm zudem eine weiterhin gute und intensive Zusammenarbeit mit der ganzen Unternehmensgruppe und natürlich den Kollegen und Kolleginnen im Stammwerk Lengerich.

 

Welche Perspektiven sehen Sie für den Standort Walce?

 

M: Ich sehe eine sehr gute Perspektiven für Bischof+Klein Polska. Kunststoffindustrieverpackungen werden auch in Zukunft unverzichtbar sein. Das Werk ist gut vorbereitet für Wachstum und für steigende Kundenanforderungen. 
P: Bischof+Klein Polska ist zentraler Pfeiler der Gruppe. Der Standort hat sich zu einem Kompetenzzentrum für Ventilsäcke und Haubenstretchfolien entwickelt. Ich sehe hier noch viel Potenzial für Wachstum.