Heavy Metal für den Teamgeist
Andreas Schlenstedt in seinem Büro: Der Blick auf zurückliegende Wacken-Erlebnisse motiviert.
Was das Wacken Open Air mit guter Arbeit zu tun hat
Andreas Schlenstedt (S) leitet das Unternehmenscontrolling bei Bischof+Klein. Zugleich ist er ein leidenschaftlicher Wacken-Fan. Das klingt spannend. Im Gespräch mit ihm wollten wir mehr erfahren.
Wann bist Du zum Wacken-Fan geworden?
S: Relativ spät, nämlich 2013. Dabei höre ich Rock und Metal schon, seitdem ich 13 oder 14 Jahre alt bin. Ich war auch häufig auf Festivals und Konzerten, aber mein Freundeskreis war musikalisch eher weiter weg vom Heavy Metal.
Welche Berührungspunkte hattest Du bis dahin mit Wacken?
S: Mein kleiner Bruder war schon in den 2000ern beim Wacken Open Air, und ich kannte alle Bands, die dort spielten. Trotzdem bin ich kein klassisches Wacken-Urgestein, da ich nicht jedes Jahr dabei war, insgesamt aber schon sechs- oder siebenmal.
Was passiert in Wacken?
S: Was viele nicht wissen: Wacken ist nicht nur Heavy Metal. Es gibt auch Punkrock, Comedians und viele andere Acts. Das macht es für mich besonders. Sogar meine Freundin habe ich davon überzeugt! Es gibt unzählige Bands auf sieben bis acht Bühnen.
Kommt es vor allem auf die Top Acts an?
S: Ich liebe es auch, neue Bands zu entdecken. Letztes Jahr war zum Beispiel eine Band aus Israel dabei, die ich vorher nicht kannte. Gerade die kleinen, unbekannteren Bands haben oft dieses besondere Feuer in sich, wenn sie das erste Mal auf der Wacken-Bühne stehen. Natürlich sind auch die großen Acts beeindruckend, aber die haben das schon zigmal gemacht.
Was macht Wacken für Dich so besonders im Vergleich zu anderen Festivals?
S: Zum einen natürlich die Musikrichtung. Ich finde Festivals generell toll, weil dort immer eine super Stimmung herrscht. Aber mit Heavy Metal bin ich aufgewachsen. Ich kann mich in der Musik einfach wiederfinden.
Zum anderen sind es die Menschen: total entspannt und offen. Beim Wacken Open Air triffst du wirklich alle – vom Schüler bis zum Vorstandsvorsitzenden. Und alle sind gut drauf, haben Spaß und wollen eine gute Zeit erleben. Man kann sich einfach locker mit jedem unterhalten. Das ist eine besondere Atmosphäre. Es fühlt sich an wie Urlaub. Andere liegen gerne am Strand auf der Liege und ich fahre gerne zu Festivals und Konzerten.
Hast Du bestimmte Rituale bei der Vorbereitung auf den Festivalbesuch?
S: Ja, meine Vorbereitung dauert genau 365 Tage! (lacht) Direkt am Sonntag nach dem Festival startet der Vorverkauf für das nächste Jahr, und es werden bereits erste Bands angekündigt.
Über das Jahr hinweg stelle ich mir eine Spotify-Playlist mit allen bestätigten Bands zusammen und höre mir besonders die an, die ich noch nicht kenne. Dann erstelle ich eine Excel-Datei, in der ich die Bands in drei Kategorien einteile: "Unbedingt sehen!" - "Mal reinhören" - "Nicht mein Ding".
Und schaffst Du es dann, wirklich alle interessanten Bands zu hören?
S: Sobald das finale Line-Up mit den Spielzeiten veröffentlicht wird, sortiere ich alles nochmal um, weil oft Bands gleichzeitig spielen. Am Ende hört man sowieso nur einen Bruchteil der geplanten Auftritte, aber dieser ganze Planungsprozess macht mir unglaublich viel Spaß!
Welche Begegnung auf Wacken ist Dir besonders in Erinnerung geblieben?
S: Eine meiner ersten Begegnungen dort fand ich besonders eindrucksvoll. Ich habe zwei Typen getroffen, die optisch sehr nach Klischee-Rockern aussahen – wild gekleidet, viele Piercings, ein bisschen "gefährlich" aussehend. Und was haben wir vier Stunden lang besprochen? Unsere Kinder und deren Kindergartenzeit! (lacht)
Solche Begegnungen zeigen, dass es einfach ganz normale Menschen sind, die nur ihre Musik und den Spirit lieben. Gerade erinnere ich mich, wie ein Fan plötzlich die VfL Osnabrück-Hymne anstimmte, als er das Logo auf meiner Kutte sah. Es sind diese kleinen, unerwarteten Erlebnisse, die Wacken so besonders machen.
Wie hat sich das Festival für Dich über die Jahre verändert?
S: Definitiv ist es professioneller geworden. Schon 2013 war es super organisiert, aber seitdem hat sich viel in den Bereichen Inklusion und Nachhaltigkeit getan. Abfall- und Entsorgungskonzepte wurden verbessert, und es gibt immer mehr Umweltinitiativen.
Negatives fällt mir ehrlich gesagt nicht ein. Selbst über das Wetter kann ich mich nicht beschweren, auch wenn es mal richtig schüttet. Schlechtes Wetter gehört dazu – hat ja auch seinen eigenen Flair! Rain or Shine … das Motto vom Wacken Open Air.
Sprechen Deine KollegInnen über Deine Wacken-Leidenschaft?
S: Ja, und die Reaktionen sind meistens neugierig und positiv. Oft höre ich: "Echt? Du fährst nach Wacken? Hätte ich nicht gedacht!"
Ich antworte dann immer: "Ich bin doch auch nur ein normaler Typ!" (lacht) Ich hatte allerdings nie lange Haare und werde sie wohl auch nie haben.
Gibt es Parallelen zwischen Deiner Begeisterung für Wacken und Deiner Arbeit?
S: Definitiv! Teamgeist, das Zusammenkommen von Menschen, der lockere Umgang miteinander – das erlebe ich sowohl beim Wacken als auch hier im Unternehmen. Ich finde es toll, wenn man auf Augenhöhe miteinander spricht, egal ob Azubi oder Vorstand.
Es kommen einfach Menschen zusammen, die Spaß an der Sache haben, sei es die Musik auf dem Festival oder die Arbeit hier bei Bischof+Klein. - Das einzige, was wir hier noch bräuchten, wäre ein Grillplatz (Lacht).
Was möchtest Du unseren LeserInnen mitgeben?
S: Jeder sollte einmal ein Festival erleben! Es muss nicht Wacken sein, aber die Energie, die gute Laune und die Atmosphäre sind einfach einzigartig.
Vielen Dank, Andreas, für das spannende Interview!
Rubriken
- Vorwort (1)
- Aktuelles (6)
- Titelthema (2)
- Innovationen von Bischof+Klein (3)
- Verpackungstrends (1)
- Megatrends (1)
- Wir bei Bischof+Klein (3)
- Unsere Standorte – Bischof+Klein Lengerich (5)
- Unsere Standorte – Bischof+Klein Konzell (8)
- Unsere Standorte – Bischof+Klein France (4)
- Unsere Standorte – Bischof+Klein Polska (5)
- Unsere Standorte – Bischof+Klein UK (4)
- Zu guter Letzt (1)
- Artikelübersicht