Ziel ist geschlossener Kreislauf
Kreislaufwirtschaft
PPWR fordert mehr Recycling für Kunststoffverpackungen
PPWR - Die vier Buchstaben tauchen immer wieder überall auf. Sie stehen für "Packaging and Packaging Waste Regulation", die EU-Verordnung zu Verpackungen und Verpackungsabfällen. Sie soll zur Abfallvermeidung beitragen und sicherstellen, dass Materialien im Wirtschaftskreislauf gehalten werden. Dabei hat die EU für verschiedene Produkte, wie z.B. Textilien oder Batterien, eigene Regeln herausgebracht. In der PPWR geht es speziell um einen der Hauptabfallströme Europas: Verpackungen.
Aber was bedeutet es jetzt genau, „Verpackungen im Kreislauf“ zu führen? Und was tut die PPWR dafür? Unsere neue Kollegin Amelie Wolfgart erklärt, worauf es ankommt:
„Mehrfach nutzbare Verpackungen sind häufig für unsere Kunden und ihre jeweiligen Produkte nicht geeignet. Daher landen beispielsweise unsere Konsumverpackungen nach dem Gebrauch (hoffentlich) im Gelben Sack. Wenn wir unsere Verpackungen recyclingfähig designen – was oft schon der Fall ist, besteht eine realistische Chance, dass aus einer Toilettenpapier- oder Hundefutterverpackung erneut Kunststoffgranulat wird.
Genau das ist einer der großen Bausteine der neuen Vorgabe: Verpackungen müssen bis 2030 zu einem hohen Grad recyclingfähig sein, sonst dürfen sie nicht mehr verkauft werden. Beispielsweise war Aluminium bislang das Mittel der Wahl für Aromaschutz bei Kaffeeverpackungen. Es verhindert jedoch die Recyclingfähigkeit und wird daher ersetzt. Eine verbesserte Recyclingfähigkeit wird dazu führen, dass die Menge an recyceltem Kunststoff steigt. Das passt zum zweiten großen Baustein der PPWR: Sie schreibt vor, dass bis 2030 in Verpackungen mindestens 35 Prozent recyceltes Material (Post-Consumer Recyclate) einfließen muss. Bis 2040 sogar 65% (für Lebensmittel- und Pharma-Verpackungen gelten andere Quoten). So soll der Kreislauf geschlossen werden. Unsere Vorreiterprodukte im Bereich „Tissue“ enthalten bereits bis zu 80 Prozent recyceltes Material, bei fast vollständiger Recyclingfähigkeit. Ebenso setzen wir bereits in den Bereichen Powflex, Smartflex und Standbodenbeutel PCR ein. Auch im Marktbericht Specials wurde der erste Kunde mit PCR-Schutzfolie für Kabelleisten beliefert.
Bei vielen Produkten ist es ein Balanceakt, da der Einsatz von recyceltem Material in unseren Folien natürlich nicht die Qualität und Leistungsfähigkeit unserer Produkte beeinträchtigen darf. Technologische Expertise und Innovationsgeist sind erforderlich.
Diese ehrgeizigen Ziele erfordern die Anstrengung aller Unternehmen in der Lieferkette. Das Verpackungsdesign muss genau betrachtet und ggf. nach den Kriterien der PPWR angepasst werden. Daran arbeitet Bischof+Klein intensiv und erfolgreich (siehe Rubrik Innovationen).
Die Herausforderungen sind vielseitig, nicht nur bei uns: Konstante Qualitäten und die Notwendigkeit von transparentem Kunststoffgranulat für neue Verpackungen. Die allermeisten Abfälle sind aber farbig. Auch hier gibt es Lösungsideen: Einer unserer Farblieferanten arbeitetet an Technologie, mit der Farbe aus den Endprodukten wieder entfernt werden und somit farb-freies Kunststoffgranulat aus dem Recyclingprozess entstehen kann.
Es braucht weiterhin innovative technische Lösungen und kreative Ideen, um den Kreislauf zu schließen, und Partnerschaften entlang der Lieferkette.“
Was kannst du tun? Bei Bischof+Klein: Bringe proaktiv deine Ideen ein!
Und zu Hause? Durch richtige Mülltrennung steigt die Wahrscheinlichkeit, dass Kunststoff auch wirklich recycelt wird!
von links: Amelie Wolfgart und Julia Walman
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