Titelthema

Wendigkeit und Pioniergeist

Wald Westerlinck und Armin Kienberger im Gespräch in Konzell

Werk Konzell spielt zentrale Rolle in Sachen Effizienz

Zunächst treten die Unterschiede zwischen COO Wald Westerlinck und Werksleiter Armin Kienberger hervor: Der eine ist ganz neu im Unternehmen und blickt auf eine kosmopolitische Karriere mit 20 Stationen auf fünf Kontinenten. Der andere hat seinen Weg bei Bischof+Klein vor rund 25 Jahren als Auszubildender begonnen und zielstrebig vorangetrieben. Anlässlich von 65 Jahren Konzell haben wir die beiden zum Gespräch gebeten.

 

Seit einem Jahr arbeitet Ihr nun intensiv zusammen. Welche Gemeinsamkeiten habt Ihr entdeckt?

 

Armin: Ich denke, wir teilen ein sehr gutes gemeinsames Werteverständnis und sind uns oft schnell einig. 
Wald: Sport spielt für uns beide eine große Rolle. Das macht den Kopf frei für gute Gedanken und neue Ideen.

 

Was macht das Werk Konzell als Produktionsstandort einzigartig?

 

Armin: Konzell ist ein vergleichsweise großes Werk. Trotzdem haben wir uns Wendigkeit und Pioniergeist bewahrt. Die Wege sind kurz, Entscheidungen fallen schnell. Das macht uns schlagkräftig und innovativ. 
Wald: Ich erlebe hier eine perfekte Balance zwischen modernster Produktionstechnologie und effizientem Ressourceneinsatz.

Wie würdet Ihr den Spirit unter den Mitarbeitenden beschreiben?

 

Armin: Der Spirit lässt sich wohl als typisch niederbayerisch beschreiben: Erst mal vorsichtig, lieber nicht zu viel versprechen. Und am Ende stolz darauf sein, mehr als das zu liefern, was versprochen wurde. Engagement und Verantwortungsbewusstsein sind stark ausgeprägt, auch wenn gern mal 'gegrandlt' (auf Hochdeutsch: gemeckert) wird. Wenn es darauf ankommt, zieht jeder voll mit. 
Wald: Die Menschen hier sind sich der Übergangsphase bewusst und sehen das große Ganze: Stabilität und Wachstum für die kommenden Jahre.

 

Wie zeichnen sich die Produkte aus, die hier hergestellt werden? 

 

Wald: Die Produkte sind das Resultat jahrzehntelangen Know-hows und ständiger Weiterentwicklung. Dank ständiger Prozessverbesserungen und Kostenoptimierungen können wir uns gegen den Marktdruck behaupten. 

 

Welches Know-how ist dafür gefragt? 

 

Wald: Die Konzeller verfügen über ein tiefes Verständnis der Industrie und der Marktanforderungen. Hinzu kommen technisches Wissen, Innovationsfähigkeit und die enge Zusammenarbeit zwischen allen Abteilungen.

 

Welche Rolle spielen Traditionen wie Maschinentaufen oder unsinniger Donnerstag?

 

Wald: Vom unsinnigen Donnerstag habe ich gehört, dass es eine spannende Herausforderung wird! Ich freue mich darauf! Diese Traditionen sind wichtige Bestandteile der Kultur in Konzell, das habe ich schnell gemerkt. Sie bieten wertvolle Momente, die uns als Team näher zusammen bringen.

 

Welche Rolle spielt das Werk mit seinen 800 MitarbeiterInnen in der Region? 

 

Armin: Bischof+Klein ist der größte Arbeitgeber im Landkreis Straubing-Bogen. Das prägt natürlich unsere Rolle in der Region. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen sind schon lange bei uns, oft arbeiten sogar mehrere Generationen einer Familie hier. Wir haben eine gute Balance zwischen eigenen Nachwuchskräften und erfahrenen Mitarbeitern, die Wissen aus anderen Unternehmen mitbringen. Die Regionalität ist für uns von großer Bedeutung – nicht nur wegen des Dialekts 😉. Es ist einfach leichter, Menschen aus der Region zu gewinnen und langfristig bei uns zu halten.

 

Welche Rolle spielt das Werk in der Bischof+Klein-Gruppe? 

 

Wald: Eine zentrale Rolle! Der Standort ist Vorreiter in Sachen Effizienz und Flexibilität und trägt maßgeblich zum Erfolg der gesamten Gruppe bei. 

 

Worauf kommt es an, um Konzell enkelfähig zu machen? 

 

Armin: Dafür müssen wir alle an einem Strang ziehen. Wir brauchen eine klare Strategie, die unsere Stärken in den Vordergrund stellt und gleichzeitig unseren Kunden den entscheidenden Mehrwert bietet. Der sollte nicht nur über den Preis definiert werden, sondern auch über Geschwindigkeit, Flexibilität und vor allem Nachhaltigkeit. Dieses Thema ist auch für unsere Kunden eine Herausforderung. 
Wald: Effizienz- und Kosteneinsparungsmaßnahmen waren wichtige erste Schritte, aber jetzt müssen wir weiterdenken, um nachhaltiges Wachstum zu ermöglichen. Entscheidend wird die enge Zusammenarbeit aller Standorte sein, um Synergien noch besser zu nutzen.

 

Wie sehen die nächsten Meilensteine aus? Welche Investitionen sind geplant? 

 

Armin: Technologisch sind wir schon sehr gut aufgestellt und bereit, die Anforderungen der Nachhaltigkeit zu erfüllen. Unser Fokus liegt klar auf Automatisierung und Digitalisierung. Dabei geht es darum, effizienter zu werden und die Produktionskosten im Vergleich zu Osteuropa weniger relevant zu machen. Der zweite wichtige Treiber ist der Fachkräftemangel. Der Mensch wird durch diesen Wandel nicht verdrängt, nur die Aufgabenverteilung ändert sich. Hier müssen wir ansetzen, unsere Mitarbeiter darauf vorzubereiten.
Wald: Wir arbeiten derzeit an einer neuen Strategie, die uns aus der aktuellen Stagnation herausführt. 2025 wird ein Übergangsjahr. Sobald wir klare Ziele haben, werden wir gezielte Investitionen vornehmen, um langfristiges Wachstum sicherzustellen.

Vielen Dank für das Gespräch!