Leidenschaft und Ausdauer
Ilse Baumgartner und Willi Niermeier im Gespräch
Zwei Urgesteine des Werkes Konzell erinnern sich
Beide arbeiten seit über vier Jahrzehnten bei Bischof+Klein und haben die Entwicklung des Werkes Konzell aktiv mitgestaltet: Willi Niermeier war 1979 der erste Azubi - ein Jahr vor dem offiziellen Start der Ausbildung im Werk Konzell. Ilse Baumgartner fing 1983 als Telefonistin an und verabschiedete sich als Personalleiterin in den Ruhestand. In diesem Interview erzählen sie, wie sich alles entwickelte.
Wie sind Sie zu Bischof+Klein gekommen?
Ilse Baumgartner: Ich hatte mich auf die Stelle einer Vollzeitkraft in der Telefon-, Fax- und Fernschreibzentrale beworben. Nach dem Vorstellungsgespräch kam prompt die Zusage.
Willi Niermeier: Eigentlich wollte ich eine Ausbildung in Metallbearbeitung bei der Firma Obermeier beginnen. Leider stellte Obermeier 1979 keinen Azubi ein. Mein Vater war damals bei Bischof+Klein und fragte den Werksleiter, ob ich nicht als Lehrling eingestellt werden könnte. Eigentlich wollte Bischof+Klein mit der Ausbildung erst ein Jahr später beginnen, aber Herr Schmalz machte es mir möglich, schon 1979 einzusteigen.
Erinnern Sie sich noch an die ersten Tage?
Willi Niermeier: Am ersten Tag bin ich mit meinen Vater in die Arbeit gefahren .Er brachte mich in die Schlosserei zu Maurer Michael. Zu meinen früheren Kollegen habe ich immer noch Kontakt, auch wenn sie bereits im Ruhestand sind.
Ilse Baumgartner: Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen. Sehr gerne denke ich an die äußerst freundliche Aufnahme. Besonders in Erinnerung habe ich den damaligen Werksleiter Karl-Heinz Schmalz.
Vor welchen Aufgaben hatten Sie Respekt?
Ilse Baumgartner: Vor vielen Aufgaben hatte ich Respekt, aber ganz besonders vor dem Fernschreiber mit seinem Lochstreifen, den man zur Übertragung von Maschine zu Maschine einlegen musste. Dieser Lochstreifen hat mich fasziniert und ich fragte mich täglich, wie so etwas funktionieren kann.
Willi Niermeier: Respekt vor Aufgaben hatte und habe ich immer. Jedoch habe ich mich vor nichts versteckt und alles meist erfolgreich erledigt.
Frau Baumgartner, welche Aufgaben hatten Sie?
Ilse Baumgartner: Meine Aufgabe war es, Gespräche anzunehmen und zu vermitteln, Bedienen des Faxgerätes und Fernschreibgerätes, Vorarbeiten für die Produktionsplanung, Schreib- und Ablagearbeiten, Paket- und Postversand sowie die Vertretung der damaligen Chefsekretärin.
Herr Niermeier, welche Berufsschule haben Sie besucht?
Willi Niermeier: Zuerst war ich in der Berufsschule in Straubing bei den Metallern. Es gab zu diesem Zeitpunkt keine Klasse für Verpackungsmittelmechaniker. Ab 1980/81 war ich in der Berufsschule in Lindau. (Bodensee)
Frau Baumgartner, Sie haben bei Bischof+Klein in der Telefonzentrale begonnen, arbeiteten später als Sekretärin, stiegen auf zur Personalleiterin und waren außerdem viele Jahre stellvertretende Betriebsratsvorsitzende. Mit welcher Ausbildung sind Sie gestartet?
Ilse Baumgartner: Gestartet bin ich mit der abgeschlossenen Ausbildung zur Bürokauffrau. Ich hatte immer das Gefühl, mich beweisen zu müssen und wollte unbedingt allen Ansprüchen gerecht werden.
Was ist Ihnen in der Entwicklung Konzells besonders in Erinnerung geblieben?
Willi Niermeier: Da ich immer für alles aufgeschlossen war, habe ich verschiedene Abteilungen durchlaufen. Ich habe dadurch noch zu vielen Kollegen in anderen Abteilungen ein sehr gutes Verhältnis. Mehr als drei Jahrzehnte war ich außerdem für den Betriebsrat und Betriebsausschuss tätig.
Ilse Baumgartner: In Erinnerung ist mir das stetige Wachstum! Die vielen Einstellungen in den Jahren 2008 und 2009, als alle anderen Firmen entlassen haben. Als einzige Frau im Werk Konzell Handlungsvollmacht erhalten zu haben.
Wenn Sie Ihre Arbeit mit einem Wort beschreiben müssten, was würden Sie sagen?
Ilse Baumgartner: Hartnäckigkeit und Vertrauen in das eigene Können sind in meinen Augen unbedingt erforderlich, um erfolgreich zu sein.
Willi Niermeier: Da würde ich sagen: „Arbeitsintensiv!“
Was möchten Sie neuen MitarbeiterInnen mit auf den Weg geben?
Willi Niermeier: Bei Problemen nicht gleich aufgeben, sondern immer weiter machen. In den allermeisten Fällen lohnt es sich. Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit müssen für jeden selbstverständlich sein.
Ilse Baumgartner: Ich möchte neuen MitarbeiterInnen mit auf den Weg geben, dass Leidenschaft, Selbstbewusstsein, Herzblut, Ausdauer und Vertrauen die Schlüssel sind, um nicht nur beruflich, sondern auch persönlich zu wachsen und gemeinsam Großartiges zu erreichen.
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