Verpackungstrends

Interaktive Verpackung

Kundenbindung und Kreislaufwirtschaft

Verpackungen entwickeln sich dank Digitalisierung zunehmend zu interaktiven Kommunikationsmedien. QR-Codes, RFID-Chips oder kaum sichtbare digitale Wasserzeichen verlinken zu Produktinformationen und unterstützen Rückverfolgbarkeit und Recycling.

Strichcodes sorgen an Supermarktkassen schon lange für Tempo, doch der QR-Code bietet zusätzliche Möglichkeiten und wird zunehmend zum Standard. Je nach App lassen sich Preis, Inhaltsstoffe, Verpackungsmaterial, Chargennummer und mehr abfragen. QR-Codes ermöglichen Herstellern, gerade in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, eine direkte Kommunikation mit VerbraucherInnen und stärken so die Kundenbindung.

In China scannen etwa 50 Prozent der VerbraucherInnen regelmäßig QR-Codes auf Verpackungen, oft als Teil von Bonusprogrammen. In Europa hingegen liegt diese Zahl bei sieben bis acht Prozent, was auf kulturelle Unterschiede und weniger verbreitete Anreizsysteme zurückzuführen ist.

Neben Produktinformationen leiten QR-Codes VerbraucherInnen zu interaktiven Inhalten wie Videos, Quizspielen und Bestelloptionen. Zudem erleichtern sie den Kontakt zum Kundenservice.

Eine weitere Technologie, die vorrangig in Warenmanagement und Logistik eingesetzt wird, ist der RFID-Transponder. Er besteht aus einem Chip und einer Antenne und ermöglicht optimierte Prozesse entlang der Lieferkette. So können beispielsweise auf unseren Hülsen angebrachte RFID-Chips mit den Verarbeitungsmaschinen unserer Kunden kommunizieren und unter anderem anzeigen, ob die richtige Folie für das richtige Kundenprojekt eingesetzt wird. Gleichzeitig findet eine Datenspeicherung statt, indem unsere Folie konkret einer Produktionscharge zugeordnet wird und so in punkto Rückverfolgbarkeit ganz neue Möglichkeiten eröffnet werden. 

 

QR-Codes auf Verpackungen werden immer öfter eingesetzt.

Von Technologien wie dem „digitalen Wasserzeichen“, entwickelt durch ein Projekt der Ellen MacArthur Foundation, erhofft man sich einen weiteren Fortschritt im Bereich des Recyclings. Es ermöglicht die Rückverfolgbarkeit und richtige Sortierung von Kunststoffen in den Abfallverwertungsanlagen. Das funktioniert sogar bei beschädigten Verpackungen, da die Informationen über große Flächen verteilt sind und spezielle Scanner zur Erkennung genutzt werden.

Eine zentrale Rolle für die Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette spielt künftig in Europa der digitale Produktpass (DPP). Bis 2030 müssen Hersteller bestimmter Produkte wie Chemikalien, Kunststoffe und Kosmetika detaillierte Produkt- und Verpackungsdaten digital zugänglich machen. Die EU-Regelung DPP fördert so die Kreislaufwirtschaft und schafft umfassende Transparenz hinsichtlich der Umweltauswirkungen und Herkunft von Produkten. VerbraucherInnen können die Daten durch einen QR-Code abrufen. Dieser Code befindet sich in vielen Fällen auf der Verpackung.

All diese Themen nehmen Fahrt auf und werden uns in den nächsten Jahren weiter begleiten. In der Zusammenarbeit mit den Kunden gibt es viel Kreativitätsbedarf und erste konkrete Projekte in allen drei Marktbereichen.