Lieferkette im Blick
Viele Bereiche arbeiten zusammen, um die Anforderungen des Lieferkettensorgfaltspflichtengesetzes zu erfüllen
KI hilft bei Umsetzung des LkSG
Das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, kurz LkSG, verpflichtet seit diesem Jahr alle Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden und Hauptsitz in Deutschland zu einem Nachweis, dass ihre Lieferanten und Dienstleister die Menschenrechte wahren und die Umwelt schützen. Auch unsere Kunden und Lieferanten sind ihrerseits dazu verpflichtet. Im April wurde ein entsprechendes Gesetz auf EU-Ebene verabschiedet.
Bischof+Klein hat in Kooperation mit dem Beratungsunternehmen GOcon mit KollegInnen aus Compliance, Einkauf, Umweltschutz/Sicherheit sowie IT einen zum Teil automatisierten Prozess erarbeitet. Jeweils bis zum vierten Monat nach dem abgelaufenen Geschäftsjahr (30.04) müssen wir beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Bericht vorlegen.
Darin weist Bischof+Klein nach, dass nicht nur wir selbst, sondern auch unsere Geschäftspartner die Menschenrechte wahren, Arbeitnehmerrechte umsetzen, Arbeitsschutzmaßnahmen treffen und das Umweltrecht einhalten. Es gilt eine „Bemühungspflicht“: Wir müssen uns um die entsprechenden Informationen von Lieferanten und Dienstleistern bemühen. Und sollten wir dabei Mängel feststellen, müssen wir darauf hinwirken, dass der Geschäftspartner sie behebt.
Die dreistufige, externe Risikoanalyse wird mit der Software „prewave“ und künstlicher Intelligenz unterstützt.
- Abstrakte Analyse: Es wird überprüft, ob der Geschäftspartner seinen Sitz in einem Land hat, das als kritisch eingestuft wird. Oder ob es sich um eine heikle Branche handelt, in der dieser tätig ist.
- Konkrete Analyse: Mit Hilfe von KI werden kritische Lieferanten hinsichtlich LKSG relevanter Vorfälle analysiert und bewertet. Anhand von Fragebögen, Audits, Zertifikaten oder Schulungen sollen gemeinsam mit dem Lieferanten Verbesserungen erreicht werden.
- Falls alle Maßnahmen nicht helfen, wird untersucht, ob der betreffende Lieferant ausgetauscht werden kann.
prewave
Diese Software unterstützt den Einkauf bei der jährlichen Analyse der Lieferanten im Lieferkettenrisikomanagement und berücksichtigt dabei Aspekte wie Menschenrechte und Umweltschutz. Sie setzt einen KI-Algorithmus ein, der Risikowerte ermittelt. Diese lassen erkennen, ob ein Lieferant Probleme mit der LkSG-Konformität hat. Sollte dies der Fall sein, kann der Einkauf entsprechende Maßnahmen einleiten.
Besonders der hohe Automatisierungsgrad spricht für diese Software. Der Einkauf muss erst dann auf Lieferanten zugehen, wenn ein hohes bis kritisches Risiko analysiert worden ist. Andere Tools setzen darauf, dass allen Lieferanten Fragebögen geschickt werden. Dies birgt ein hohes Risiko, weil die Beantwortung sich verzögern kann.
Maverick Buying
Dieser Ausdruck steht für eigenwillige Beschaffung am definierten Einkaufsprozess vorbei. Dies ist problematisch, weil alles, was außerhalb des vorgesehenen Beschaffungsweges eingekauft wird, zunächst identifiziert werden muss und somit zu einer höheren Komplexität bei der verpflichtenden jährlichen Risikoanalyse aller Lieferanten führt.
Ein konkretes Beispiel: Eine Abteilung entscheidet sich, den Geschäftskaffee nicht über die Beschaffungsplattform „mercateo“ zu besorgen, sondern privat im Einzelhandel zu kaufen und den Beleg in der Buchhaltung einzureichen. Für diese Buchung muss dann ein neuer Kreditor angelegt werden, welcher gesondert geprüft werden muss.
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