Kraft und Katapult
von links: Hans-Gerd Kröger, Christiane Füllgraf, Roland Droste, Dr. Rebekka Skubinn, Julia Röttering, Frederic Beuting, Klaus Rogge, Chantal Kortmann, Birgit Prey, Sebastian Rahe, Dorothee Osterroth
Auftrag und Selbstverständnis von Human Resources
Die Abteilung Human Resources (HR) hat sich grundlegend verändert. HR People & Culture unter Leitung von Dr. Rebekka Skubinn legt den Fokus auf Entwicklung und Veränderung (Change). HR Services, Legal & Labour Relations unter Kristian Klug bringt mit standardisierten und expertenorientierten Services Themen wie das betriebliche Eingliederungsmanagement, Entgeltabrechnung und Bescheinigungswesen voran.
Im Interview gewährt Dr. Rebekka Skubinn einen Blick hinter die Kulissen von HR People & Culture. Welche Strategie verfolgt die Abteilung, wie versteht sie ihren Auftrag und welche neuen Anforderungen erfüllt sie?
Ihre Abteilung heißt heute „HR People & Culture“. Ist das nur Neudeutsch für „Personalabteilung“?
Früher hatte die Personalabteilung einen stark administrativen Fokus. Jetzt wird sie mehr und mehr zu einem strategischen Partner für alle Abteilungen. Sie stellt sicher, dass es bei wichtigen Themen eine Übereinstimmung im gesamten Unternehmen gibt. Nur so können die Veränderungen gelingen, die Bischof+Klein zukunftsfähig machen. Unsere Vision ist es, Motor, Treiber, Kraft und Katapult für die Veränderungen zu sein, die Bischof+Klein enkelfähig machen.
Können Sie das etwas erläutern?
Wir sehen es als unsere Aufgabe, hochqualifizierte Mitarbeiter im Unternehmen zu entwickeln und zu rekrutieren. Dabei setzen wir auf effiziente und flexible HR-Prozesse für ein effektives Ergebnis. Wir möchten die Entwicklung von Bischof+Klein hin zu einer lernenden Organisation unterstützen, dabei sind wir Träger und Treiber der Kulturtransformation, und sind selbst in der kontinuierlichen Selbst- und Teamentwicklung, um all das gut stemmen zu können.
Warum sind Veränderungen nötig?
In den Zukunftsworkshops vor zwei Jahren haben wir über Herausforderungen und neue Anforderungen an Bischof+Klein gesprochen: kurzfristigeres Bestellverhalten der Kunden, zunehmende Unsicherheit in den Lieferketten, steigender Bedarf für nachhaltige Produkte, Digitalisierung für mehr Effizienz … Das alles verlangt ein verändertes (Führungs-)Verhalten. Diese Entwicklung mitzugestalten, fordert eine andere HR-Arbeit als früher.
Was hat das bis jetzt gebracht?
Während es früher vor allem um administrative Prozesse ging, ist heute strategische HR-Arbeit gefragt, beispielsweise die organisatorische Weiterentwicklung eines Bereichs, Entwicklungspläne für unsere Talente oder Coaching in herausfordernden Situationen. Das Feedback zeigt, dass dies genau den Bedarf der Organisation trifft.
Es gibt viele neue Gesichter. Wie hat sich die Arbeit in Ihrer Abteilung verändert?
HR People & Culture hat eine neue Struktur mit den drei Bereichen Partnering, Recruiting und Development. Wir benötigen starke Persönlichkeiten, die eigenständig Entscheidungen treffen können. Die Leitung ist weniger in operative Entscheidungen involviert und kümmert sich mehr um übergeordnete Themen wie die Unternehmenskultur.
Es gibt viele neue Gesichter im Bereich HR. Wie finden Sie das?
Fluktuation ist nichts Schlimmes, sondern eine Chance für alle. Wir erleben, wie Kollegen sich entwickeln, was gesund für die Organisation ist. Bei den vielen Veränderungen wäre es seltsam, wenn sich dies nicht auf den Mitarbeiterstamm auswirken würde.
Was ist Ihnen persönlich besonders wichtig?
Mir ist wichtig, aktiv über die Veränderungen zu sprechen und zu verstehen, wie sie die Einzelnen persönlich beeinflussen. Wir brauchen eine offene Feedbackkultur. Wir fragen: Was brauchst du, um dein volles Potenzial zu entfalten? Intern gibt es für jeden und jede Entwicklungsmöglichkeiten, der oder die bereit ist, dazuzulernen.
Was wünschen Sie sich?
Ein positives Arbeitsumfeld ist notwendig, um Höchstleistungen zu erbringen. Jeder freut sich über positive Ergebnisse seiner Arbeit. Wir wollen die Begeisterung der MitarbeiterInnen freilegen, intrinsische, also innere Motivation fördern, Expertise und Zusammenarbeit optimieren und gemeinsam Bischof+Klein in die Enkelfähigkeit führen.
Das Team von HR People & Culture arbeitet in Workshops intensiv zusammen.
Was braucht es dafür?
Vertrauen und Verantwortung zu geben, aber auch zu nehmen. Dafür braucht es eine entsprechende Kultur der psychologischen Sicherheit, in der Entscheidungen getroffen und auch Fehler gemacht werden dürfen. Führungskräfte können ihre MitarbeiterInnen unterstützen und ihnen den Rücken stärken. Gleichzeitig ist es wichtig, dass KollegInnen Verantwortung auch annehmen, dazulernen, und ihre Themen proaktiv angehen.
Welche weiteren Werte sind Ihnen wichtig?
Aktive Lernkultur! Das bedeutet, dass nicht immer wieder dieselben Fehler gemacht werden. Einfache Fehler werden nach und nach abgestellt, weil der dahinter liegende Prozess so verbessert wird, dass der Fehler nicht mehr auftreten kann. So werden einzelne Prozesse und schließlich wir als Bischof+Klein immer besser. Zugleich vermeiden wir dadurch eine Überforderung der Mitarbeitenden und der Bereiche.
Welche Rolle spielt HR beim Kulturwandel?
Ich als HR People & Culture Lead bin Teil des Kernteams für die Kulturtransformation und berate den Vorstand. Kulturgestaltung ist einerseits eine Angelegenheit der Führung und deshalb liegt ein Schwerpunkt auf der Entwicklung von Führungskräften. Andererseits ist Kulturwandel Auftrag jedes EInzelnen. Wir begleiten die Kulturentwicklung durch verschiedene Angebote und Maßnahmen als Kulturlotsen oder ModeratorInnen.
Befindet sich HR in einer Vorreiterrolle?
Wir sehen uns als Inspiration und Vorbild. Wir haben die gleichen Themen wie andere Abteilungen und Führungskräfte. Oft sind diese zu stark ins operative Geschäft eingebunden. Unser Team ist den Weg von einer sehr operativen, administrativen Orientierung hin zu fachlicher Expertise, Eigenverantwortung und effektiver Teamarbeit gegangen. Die Grundlage dafür sind Vertrauen und Wertschätzung, darauf können Effizienz und Leistung aufsetzen. Bei diesem Prozess wurden wir unterstützt von einem Coach, mit dem wir regelmäßige Reviews, Retros und inhaltliche Workshops durchgeführt haben.
Ihre Botschaft?
Führungskräfte sollten ein Umfeld schaffen, in dem MitarbeiterInnen ihre intrinsische Motivation entdecken und einbringen können. Druck ist nicht nachhaltig. Jede und jeder sollte die Bereitschaft mitbringen, dazuzulernen und sich auch in neue Gebiete bis zu einer hohen Expertise einzuarbeiten. Dann sind wir gemeinsam erfolgreich. Es gibt viele hochmotivierte Menschen bei Bischof+Klein, die ihr Bestes geben!
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