Der letzte Cent
von links: Harald Schlieck, Bettina Haase, Mike Dohe, Alexander Fenker und André Slaar
Bischof+Klein spendet für Arche Tecklenburg
Wer kennt schon seinen Verdienst bis auf die letzte Nachkommastelle? Drei Cent mehr oder weniger spielen da keine Rolle. „Doch!“, sagt die Arche-Lebensgemeinschaft in Tecklenburg. Der Vorstand dieses besonderen ökumenischen Projektes für Behinderte und Nichtbehinderte dankt allen MitarbeiterInnen im Werk Lengerich, die sich an der „Restcentaktion“ beteiligen und auf diese Cents verzichten. Mit großer Freude nahm Vorstandsvorsitzender Alexander Fenker den symbolischen Scheck in Höhe von 2.035 Euro vom Betriebsratsvorsitzenden Mike Dohe entgegen.
Zur Scheckübergabe trafen sie sich vor der Baustelle an der Apfelallee in Tecklenburg. Noch bis Anfang nächsten Jahres sollen die Um- und Neubauarbeiten dauern. Dann ziehen die zehn BewohnerInnen mit ihren AssistentInnen wieder ein, die vorübergehend in der Seniorenresidenz in Lengerich eine Bleibe gefunden haben. Sie können sich schon auf ein „Snoezelbad“ freuen, das mit Hilfe der Spende von Bischof+Klein eingerichtet werden soll.
„Viele unserer Bewohner leben mit körperlichen Einschränkungen, häufig mit spastischen Lähmungen“, erklärt Einrichtungs- und Gemeinschaftsleiter André Slaar. Das Snoezelbad ist eine Tecklenburger Idee, welche die Vorzüge eines „Snoezelraumes“ mit Wärme und Wasser kombiniert und eine besondere Entspannung ermöglicht. Auch die BewohnerInnen des entstehenden Nachbargebäudes mit zwölf Apartments für betreutes Wohnen können das Snoezelbad nutzen.
Die Arche Tecklenburg gehört zu einem weltweiten Verbund von Wohngemeinschaften, in denen behinderte und nicht behinderte Menschen verschiedener Religionen, Weltanschauungen und Nationalitäten miteinander leben. Die Menschen ohne Behinderung nennen sich AssistentInnen, da sie den BewohnerInnen im Alltag zur Seite stehen und ihnen da, wo sie es benötigen, Unterstützung geben.
Zugrunde liegt die Überzeugung, dass alle Menschen aufeinander angewiesen sind und voneinander lernen können. In der Arche Tecklenburg arbeiten neun Assistentinnen und Freiwillige aus acht Ländern.
Schon seit einigen Jahren verzichtet eine wachsende Zahl von MitarbeiterInnen auf die Nachkomma-Beträge ihres Lohns bzw. Gehalts. Das Unternehmen verdoppelt die Summe, die durch die Restcentspende zusammenkommt. Der Betriebsrat entscheidet jedes Jahr, welche gemeinnützige Organisation in der Region mit dem Geld unterstützt werden soll.
Wer sich der Aktion anschließen will, kann sich gern an Betriebsrat oder Personalabteilung wenden. Oder gleich selbst aus dem Connect-Mitarbeiterportal das Formular ausdrucken und ausgefüllt weiterleiten (Connect/Werk Lengerich/Allgemeines/Restcentaktion). Pro Monat verzichtet man auf einen Betrag zwischen einem und 99 Cent. Die einmal abgegebene Verzichtserklärung kann jederzeit widerrufen werden.
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